Thomas Herrholz: Gesundheit, Pflege und Daseinsvorsorge | Wahlkreis 22
THEMA 7 · WAHLKREIS 22 · LANDTAGSWAHL 2026
Gesundheit, Pflege und soziale Daseinsvorsorge – wie bleibt Versorgung in allen Orten erreichbar?
Im ländlichen Raum entscheidet nicht nur die Existenz eines Angebots, sondern auch seine Erreichbarkeit. Mecklenburg-Vorpommern hat 2026 die Landarztquote erweitert und einen neuen Landesplan Pflege veröffentlicht. Im Landkreis bestehen Pflegestützpunkte und das Informationszentrum Gesundheitsamt. Für Wahlkreis 22 stellt sich die Frage, wie diese Instrumente zu einer verlässlichen Versorgung vor Ort beitragen.
Gesundheitsversorgung ist im Flächenwahlkreis immer auch eine Entfernungsfrage
Wer in einer größeren Stadt lebt, hat häufig kürzere Wege zu Arztpraxen, Apotheken, Beratungsstellen oder weiteren medizinischen Angeboten. In einem ländlich geprägten Wahlkreis mit vielen kleineren Orten kann dieselbe Versorgung deutlich mehr Planung erfordern. Das betrifft besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige und Familien ohne ständig verfügbares Auto.
Deshalb reicht es nicht, die Zahl vorhandener Angebote zu betrachten. Entscheidend ist, ob sie in zumutbarer Zeit erreichbar sind, ob Termine verfügbar bleiben und ob notwendige Unterstützung auch zu Menschen nach Hause kommen kann. Mobilität, ambulante Medizin, Pflege, Beratung und digitale Angebote hängen eng zusammen.
Eine tragfähige Strategie muss langfristig denken. Wenn Arztpraxen altersbedingt schließen oder Pflegepersonal fehlt, entsteht Ersatz nicht kurzfristig. Ausbildung, Niederlassung, Arbeitsbedingungen und regionale Bindung brauchen Jahre.
Die Landarztquote wurde 2026 erweitert
Das Sozialministerium informiert aktuell über eine deutlich erweiterte Landarztquote. Grundlage ist das Ende Januar 2026 beschlossene Gesundheitsversorgungsunterstützungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern. Nach den veröffentlichten Angaben können nun in der Humanmedizin bis zu 42 Plätze über die Quote vergeben werden; außerdem wurden Möglichkeiten für Zahnmedizin und Pharmazie sowie für bestimmte fachärztliche Bereiche erweitert.
Das Instrument richtet sich ausdrücklich an die Versorgung in unterversorgten oder drohend unterversorgten Regionen. Bewerber verpflichten sich bei entsprechender Zulassung langfristig zu einer Tätigkeit in solchen Gebieten. Das ist ein langfristiger Ansatz, weil zwischen Studienbeginn und späterer ärztlicher Tätigkeit mehrere Jahre liegen.
Für den Wahlkreis 22 lässt sich daraus nicht automatisch ableiten, dass ein bestimmter Ort künftig einen neuen Arzt erhält. Die Landarztquote ist ein landesweites Instrument.
Krankenhausplanung und ambulante Versorgung müssen zusammengedacht werden
Das Land veröffentlicht für 2026 einen neuen Rahmen der Krankenhausplanung. Krankenhausversorgung ist zwar nicht auf einen einzelnen Wahlkreis zugeschnitten, beeinflusst aber die gesamte regionale Versorgung. Für Menschen im ländlichen Raum ist wichtig, welche Leistungen an welchen Standorten verlässlich verfügbar sind und wie die Verbindung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung funktioniert.
Ein Krankenhaus kann nicht jede alltägliche hausärztliche Aufgabe übernehmen. Umgekehrt benötigen Hausärzte, Pflege und Rettungsdienst erreichbare stationäre Strukturen für Fälle, die ambulant nicht behandelbar sind. Gute Versorgung entsteht deshalb nicht durch die isolierte Betrachtung einzelner Einrichtungen.
Auch digitale Medizin kann ergänzen. Telemedizinische Kontakte können Wege reduzieren oder fachliche Rücksprachen erleichtern. Sie ersetzen aber nicht jede Untersuchung.
Pflege braucht wohnortnahe Beratung und passende Angebote
Das Sozialministerium stellt mit dem Landesplan Pflege 2026 aktuelle Leitlinien und Daten zur Pflegeentwicklung bereit. Dabei spielt der Grundsatz „ambulant vor stationär“ eine wichtige Rolle. Für viele Menschen entspricht es dem Wunsch, möglichst lange in der vertrauten Umgebung zu leben.
Ambulante Dienste
Pflegedienste müssen große Wege wirtschaftlich organisieren können. In dünn besiedelten Gebieten wird Tourenplanung zu einer strukturellen Herausforderung.
Pflegende Angehörige
Beratung, Entlastung und verständliche Informationen sind für Familien besonders wichtig.
Stationäre Angebote
Wenn häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, müssen geeignete Einrichtungen erreichbar sein.
Barrierefreies Wohnen
Wohnungsanpassung kann dazu beitragen, Selbstständigkeit länger zu erhalten.
Mobilität
Arzt, Therapie, Apotheke und Beratung sind nur hilfreich, wenn Menschen sie erreichen können.
Digitale Ergänzungen
Telemedizin und digitale Beratung können Wege sparen, müssen aber persönliche Versorgung ergänzen.
Pflegestützpunkte und InGe bieten im Landkreis konkrete Beratung
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte informiert aktuell über mehrere Pflegestützpunkte. Dort wird kostenfrei und neutral zu Fragen rund um Pflege beraten. Der Landkreis nennt Standorte unter anderem in Neubrandenburg, Demmin, Waren und Neustrelitz und weist darauf hin, dass bei Bedarf auch Hausbesuche möglich sind. Diese Angebote liegen nicht automatisch in jeder Gemeinde des Wahlkreises, sind aber Teil der regionalen Beratungsstruktur.
Mit dem Informationszentrum Gesundheitsamt, kurz InGe, besteht zudem ein weiteres Angebot. Der Landkreis beschreibt InGe als niedrigschwellige Anlaufstelle, die vor dem Hintergrund erwarteter Versorgungsprobleme im ländlichen Raum aufgebaut wurde. Dazu gehört auch gemeindenahe Gesundheitsberatung.
Solche Strukturen zeigen, dass Versorgung mehr umfasst als die Zahl von Arztpraxen. Beratung und Koordination können Menschen helfen, passende Leistungen überhaupt zu finden und zu nutzen. Sie ersetzen jedoch nicht notwendige medizinische oder pflegerische Fachkräfte.
Welche politischen Prioritäten sind für Wahlkreis 22 entscheidend?
Für Thomas Herrholz stellt sich eine vielschichtige Frage. Welche Rolle soll das Land beim Gewinnen von Ärzten und Pflegekräften spielen? Wie können ambulante Angebote in dünn besiedelten Gebieten wirtschaftlich tragfähig bleiben? Welche Bedeutung sollen mobile Beratung, Telemedizin und flexible Mobilitätsangebote erhalten? Und wie kann sichergestellt werden, dass Reformen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern in den Dörfern ankommen?
Auf dieser Landingpage wird Thomas Herrholz keine persönliche gesundheits- oder pflegepolitische Position zugeschrieben, für die kein aktueller Beleg vorliegt. Die regionale Problemlage und die bestehenden staatlichen Instrumente bilden vielmehr den Rahmen für die Frage an ihn.
Eine überzeugende Antwort müsste Erreichbarkeit, Personal und Qualität gemeinsam betrachten. Versorgung ist dann stark, wenn Menschen rechtzeitig die richtige Hilfe bekommen – unabhängig davon, ob sie in einem zentralen Ort oder einem kleinen Dorf wohnen.
Leitfrage an Thomas Herrholz
Welche konkreten landespolitischen Maßnahmen halten Sie für notwendig, damit medizinische Versorgung, Pflege und soziale Beratung auch in den kleineren Orten des Wahlkreises 22 zuverlässig erreichbar bleiben und ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen nicht abgehängt werden?
Die Frage wird bewusst nicht als bereits belegte persönliche Position des Kandidaten formuliert.
FAQ – häufige Fragen zum Thema
Was hat sich bei der Landarztquote 2026 geändert?
Das Land hat die bisherigen Möglichkeiten erweitert. In der Humanmedizin können nach den aktuellen Informationen bis zu 42 Plätze über die Quote vergeben werden.
Gilt die Landarztquote speziell für Wahlkreis 22?
Nein. Sie ist ein landesweites Instrument für unterversorgte oder drohend unterversorgte Regionen.
Was machen Pflegestützpunkte?
Sie beraten kostenfrei und neutral zu Pflegefragen, Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten.
Was ist InGe?
InGe ist das Informationszentrum Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und dient als niedrigschwellige Anlaufstelle.
Ist Telemedizin ein Ersatz für Arztpraxen?
Nicht generell. Digitale Angebote können ergänzen und Wege sparen, aber notwendige persönliche Untersuchungen und Behandlungen nicht vollständig ersetzen.
Geprüfte Quellen und weiterführende Informationen
- Sozialministerium M-V – Landarztquote
- Sozialministerium M-V – Krankenhauswesen
- Sozialministerium M-V – Pflege
- Landkreis MSE – Pflegestützpunkte
- Landkreis MSE – InGe
Stand: September 2026.

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